Gemeinsam über Fachgrenzen hinweg: Nachhaltigkeit lehren und erforschen

Eine Zusammenarbeit öffnet PH-Studierenden den Zugang zu sozialwissenschaftlicher Klimaforschung an der Universität Luzern

Zwei Studiengänge, zwei Institute, ein gemeinsames Ziel: Am Campus Luzern gibt es viele Berührungspunkte zwischen den gesellschafts- und bildungswissenschaftlichen Disziplinen, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Bisher fehlte jedoch eine gezielte Zusammenarbeit, um dieses Potenzial systematisch zu nutzen. Das Leuchtturmprojekt «05 Klima in den Gesellschafts- und Bildungswissenschaften» setzt genau hier an und schafft neue Formate für den interdisziplinären Dialog.

Im Zentrum stehen zwei Masterstudiengänge, die auf den ersten Blick unterschiedliche Zugänge zu Nachhaltigkeit haben, sich aber inhaltlich ideal ergänzen: der Studiengang «Fachdidaktik Natur, Mensch, Gesellschaft und Nachhaltige Entwicklung» der PH Luzern und der Studiengang «Climate Politics, Economics and Law» der Universität Luzern. Während sich der eine Studiengang unter anderem mit der Didaktik der Nachhaltigkeitswissenschaft befasst, beleuchtet der andere Klimafragen aus politik-, wirtschafts- und rechtswissenschaftlicher Perspektive. Getragen wird der Austausch zudem von zwei Forschungsinstituten: dem Institut für Fachdidaktik MINT und Nachhaltigkeit bzw. dem UNESCO-Lehrstuhl für Didaktik der Nachhaltigkeitswissenschaft und politischer Bildung der PH Luzern sowie dem Center for Climate Politics, Economics and Law (C-CPEL) der Universität Luzern.

Studieren über den eigenen Studiengang hinaus

Konkret öffnet das Projekt ausgewählte Lehrveranstaltungen des Studiengangs CPEL für Studierende des Masterstudiengangs FD NMG+NE. So konnten PH-Studierende im Herbstsemester 2025 erstmals zusammen mit Studierenden des Studiengangs CPEL die Vorlesung «Klimawandel und Klimaanpassung» bei Prof. Dr. Christoph Küffer besuchen und erhielten so Einblick in die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv:

Darüber hinaus stehen den Fachdidaktik NMG+NE-Studierenden die Veranstaltungen «Klimapolitik» und «Klimaökonomie» offen. Diese Veranstaltungen führen die Studierenden in die sozialwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels ein. Ausserdem können die Studierenden in der Vorlesung „Vergangene, aktuelle und zukünftige Klimavariabilität“ ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse vertiefen.

Der Austausch zeigt exemplarisch, wie sehr bildungswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf wichtige Fragen unserer Gesellschaft voneinander profitieren können.

Institute im regelmässigen Austausch

Damit dieses Zusammenspiel nicht bei einzelnen Lehrveranstaltungen stehen bleibt, etabliert das Leuchtturmprojekt auch einen regelmässigen Austausch zwischen den beteiligten Forschungsinstitutionen. In diesem Rahmen teilen Forschende systematisch Wissen und Erfahrungen, identifizieren gemeinsame Fragestellungen und legen den Grundstein für künftige Kooperationsprojekte, , ein mögliches zeichnet sich im Sinner der Third Mission in Zusammenarbeit mit dem Verkehrshaus der Schweiz ab.

Ein Baustein für eine gemeinsame Hochschuldidaktik der Nachhaltigkeitswissenschaft

Die beteiligten Studiengänge und Institute sind beide inter- und transdisziplinär ausgerichtet, kommen aber aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Traditionen. Genau diese komplementären Perspektiven machen die Zusammenarbeit wertvoll: Sie ermöglichen einen Wissens- und Erfahrungsaustausch, der weit über den einzelnen Studiengang hinausreicht, und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung einer gemeinsamen Nachhaltigkeitskultur am Campus Luzern.